Ursprungstheorien

Es ist schwierig ein eindeutige Theorie zum Ursprung von Kava zu finden, weil es darüber nichts schriftliches gibt vor dem ersten Kontakt mit den Europäern. Die Pazifik-Inseln haben eine mündliche Tradition und keine schriftliche. Folgende Theorien wurden von Wissenschaftlern vorgestellt:

Newell schreibt 1947 das Kava womöglich durch Polynesiern in Ozeanien verberitet wurde und das sein Ursprung in Neu-Guinea und Indonesien liegt.

Eine zweite Theory besagt das Kava aus dem asiatischen Subkontinent stammt. Handy verlinkt 1972 die Kava-Zeremonie zur Chinesischen Tee-Zeremonie.

Williamson schreibt 1939 das Kava vom südlichen Teil Indiens kommt.

Die jüngste und wohl am überzeungendste Theorie ist Lebot's Theorie, dass nach Analyse der botanischen Eigenschaften Kava aus Melanesien stammen muss, wahrscheinlich aus Vanuatu, den Solomon Islands, oder Neu Guinea.

Die ersten Europäer, die Kava Kava kennengelernt haben, waren Kapitän James Cook (1727-1779) und seine Mitreisenden. Der ihn begleitende Johann Georg Forster (1754-1794) hat die Pflanze 1777 erstmals botanisch beschrieben und die mit ihr verbundene Zeremonie skizziert. In dem Bericht über Cooks Reise (1784) wird bereits angegeben, dass "als einige Leute von der Schiffsmannschaft das Getränk zu sich genommen hatten, an ihnen eine Wirkung wie die einer starken Dosis eines spirituösen Getränkes oder vielmehr eine Betäubiung, wie sie Opium hervorruft, beobachtet wurde" (LEWIN, 1886).

Viele Insulaner benutzten oder benutzen Kava als alltägliches Getränk, wie in anderen Teilen der Welt Tee oder Kaffee konsumiert wird. Auf Fiji und anderen Inseln gibt es offizielle Kavabars.

Auf viele Südseeinseln hat der durchdie Missionare eingeführte Alkohol den Kavagebrauch verdrängt und zu erheblichen Verheerungen der Einheimischen Kulturen geführt. Seit einigen Jahrzehnten ist dieser Prozess glücklicherweise rückläufig, da durch die Steigerung der ethnischen Identität die traditionellen Werte neues Leben erhalten. Dadurch wird vielerorts wieder reichlich Kava getrunken und damit dem voranschritenden Alkoholismus recht erfolgreich entgegengewirkt.

In Europa wurde Kava erstmals um 1820 therapeutisch genutzt, zuerst vor allem zur Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Die ersten pharmakognostischen und pharmakologischen Untersuchungen wurden um die Jahrhundertwende durchgeführt. In den 80ern und 90ern erfreute sich eine wachsende Zahl von Europäern an dem Genuss des "Tranquilizers der Natur", bis Ende der neunzigern ein Quasi-Verbot verhängt wurde, basierend auf schwache bzw. falsche toxokologischen Beweise. Mehr dazu in der Rubrik "Kava als Heilmittel".

Rituelle Verwendung

Die traditionellen rituellen Anwendungen des "Rauschpfeffers" Kava umfassen die Kavazeremonien und Anwendungen in der Zauberei. Besonders die ursprünglichen Kavazeremonien sind in der ethnographischen Literatur gut dokumentiert worden und bestehen in gleicher oder ähnlicher Form noch heute auf Fiji, Samoa und Vanuatu.

Es gibt sehr formelle und weniger strikt verlaufende Kavazeremonien. Sie diene entweder der Begrüssung von Gästen, dem Stammespalaver oder dem abendlichen, entspannenden, geselligen Gelage. Das zeremonielle Grundmuster ist immer gleich. Zunächst wird das Getränk unter Gebeten und Gesängen bereitet. Dann setzen sich die Teilnehmer in zwei Gruppen einander gegenüber oder im Kreis zusammen. Vom Priester, Häuptling, Politiker oder Gastgeber wird dann an alle Teilnehmern gleichmässig der Trank verteilt. Nach diversen Runden wird die Zeremonie, die meistens von kollektiven Gesängen begleitet ist, beendet.

Kavawurzeln wurden oder werden in Tempeln und Schreinen als Opfergabe niedergelegt, und auch als letztes Lebewohl auf den Gräbern von verstorbenen Familienangehörigen niedergelegt. Vielleicht ist dies in Verbindung mit manchen mythologischen Überlieferungen zu sehen, nach denen die erste Kavapflanze auf dem Grab eines aussätzigen Tongoaners gewachsen ist. Auf den Marquesas glaubt man, dass die Pflanze als Kind des Gottes Atea, der NAhrung spendet, Regen sendet und der Herr der Bauern ist, geboren wurde und später in das berauschende Gewächs verwandelt wurde. Auf Tonga erzählt eine Geschichte, dass dem grossen Häuptling Loua bei einem Festmahl die gekochte Tochter des Gatsgebers vorgesetzt wurde. Als er den Braten roch, liess er das gare Fleisch bestatten. Aus dem Grab wuchs die erste Kavapflanze. Auf Vanuatu heisst es, dass ein alter Mann beobachtet habe, wie ein Kaninchen an einer Kavawurzel kaute. Als er dies mehrmals bemerkte, versuchte er die Wurzel selbst und erfand den Kavatrank.

Auf Vanuatu wie auch auf anderen Südseeinseln wird Kava auch in der Zauberei, vor allem im Schadenzauber, rituell verwendet. Auf Vanuatu heisst die Pratik elioro und dient dem Aussenden von Krankheit oder Tod an eine spezielle Person. Dazu begräbt der Zauberer ein tödliches Objekt-meist eine Kavawurzel, an einem Ort, von dem angenommen wird, dass das Opfer dort vorbeikommen wird. Beim Überschreiten der Stelle nimmt das ahnungslose Opfer den Schadenzauber auf, wird krank oder stirbt. Umgekehrt gilt Kava auf Hawai als Enthexungsmittel.

Kava hat auch heute noch eine Schlüsselrolle bei Begrüssungszeremonien, so wurde zum Beispiel dem Papst Johann Paul II sowohl wie der englischen Königsfamillie bei ihren bisherigen Besuchen immer Kava angeboten.

Verbreitung

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